DIY Malen nach Zahlen für Erwachsene (Getestet)

Ich dachte mir, ich bringe mal ein bisschen frischen Wind auf meinen Blog. Ich hatte schon lange Lust eine neue Kategorie einzuführen. Unter dem Namen “Getestet” werde ich euch ab sofort DIYs vorstellen, die ich vor kurzem neu entdeckt und das erste Mal ausprobiert habe. Ich werde ein Testurteil abgeben, sodass ihr im Anschluss selbst für euch entscheiden könnt, ob ihr Lust auf so ein DIY habt oder nicht.

Den Anfang macht ein Malen nach Zahlen Bild für Erwachsene. Malen nach Zahlen kennt glaub ich jeder, als Kind habe ich das tatsächlich sehr gerne gemacht. Es gibt da vor allem für kleinere Kinder die leichte Version mit Bildern, die einfach mit Holzmalstifte in den Grundfarben ausgemalt werden können. Ich kann mich aber auch erinnern, dass ich als Teenager bereits an detaillierteren Bildern mit ein paar wenigen Acryltöpfchen gemalt habe.

Auf das Malen nach Zahlen bin ich durch eine Instagram Werbung gekommen (ja ich wurde quasi “ge-influenct” ^^). Der besondere Catcher war dabei für mich, dass man seine eigenen, persönlichen Bilder ausmalen kann. Ich bin nämlich schon lange auf der Suche nach schönen persönlichen Bildern für unser Schlafzimmer.

Ich habe mich dann im Netz ein bisschen auf die Suche gemacht und bin dann auf die Seite www.diy-malennachzahlen.de gestoßen (keine Werbung, selbstbezahlt). Was mir hier neben der Möglichkeit zum Upload seiner eigenen, persönlichen Bilder gut gefallen hat, war die Wahlmöglichkeit zwischen 24, 36 und 48 Farbtöpfchen. Durch diese Wahl kann man selbst bestimmen, welchen Detailierungsgrad die Bilder zum Schluss haben.

Bestellung, Preis, Lieferung und Lieferumfang

Im Folgenden möchte ich euch erstmal etwas zu der Bestellung, Preis und die Lieferabwicklung erzählen.

Wie bereits erwähnt ist die Bestellung einfach: Man lädt ein Wunschmotiv hoch, das man gerne malen möchte.

Im Anschluss kann man die Größe der Leinwand wählen. Zur Auswahl gibt es hier die Größen 40×50 cm, 50×60 cm, 60×80 cm oder 80×100 cm. Ggf. wird euer Wunschmotiv auch bzgl. der Größe angepasst falls das Format nicht korreliert. Im Anschluss könnt ihr entscheiden, ob ihr mit 24, 36 oder 48 Farben arbeiten möchtet. Generell gilt: Je mehr Farben, desto besser ist die Auflösung. Falls gewünscht kann man auch noch einen Rahmen dazubestellen, um das Bild im Anschluss gleich aufhängen zu können.

Ich habe mir zwei verschiedene Leinwände mit jeweils 36 Farben in einer Größe von 40×50 cm bestellt, ohne Rahmen. Jede Leinwand hat inkl. der Farbtöpchen und Pinsel 54,95 € gekostet.

Der Versand war kostenlos. Die Lieferzeit betrug ca. 2 Wochen, was relativ lange ist, zumal die Seite damit wirbt, dass die Ware innerhalb von 3-4 Werktagen zugestellt wird. Ich habe allerdings auch im Dezember vor Weihnachten bestellt, in dem das Bestellaufkommen vermutlich ziemlich hoch ist, daher kann man hier Nachsicht haben. Im Lieferumfang enthalten waren: Pinsel, zwei Leinwände (gerollt und sicher in einer Plastikröhre verpackt), Farbtöpfchen in Plastiktütchen, jeweils ein Farbleidfaden mit einer Farblegende sowie Klebepunkte mit Ziffern zum Labeln der Töpfchen.

Bevor man zu Malen beginnt, ist es außerdem noch empfehlenswert, sich eine kleine Platte aus MDF oder Holz zu organisieren und die Leinwand mit Tesa oder Kreppklebeband darauf zu fixieren. Erstens rollt sich die Leinwand am Anfang noch etwas ein. Durch das Fixieren an den Seiten bleibt ihr nicht mit den Ärmeln an der Leinwand hängen. Zudem arbeitet es sich einfach bequemer, wenn man die Leinwand mitsamt der Platte in beliebige Richtungen drehen kann, da man sich bei einer Leinwand in solcher Größe ansonsten sehr oft in “unergonomische” Positionen verrenken muss. ^^

Qualität

Weiter gehts mit einem kleinen Überblick zu der Qualität des Lieferumfangs.

Farbtöpfchen

Wie bereits erwähnt habe ich mir die Version mit 36 Farbtöpchen pro Bild bestellt. Praktisch sind die mitgelieferten Klebepunkte, anhand derer man die Farbtöpfchen ganz einfach mit den Zahlen anhand des Farbleitfadens etikettieren kann (siehe Foto unten). Von manchen Farben sind sogar manchmal zwei Töpfchen dabei, sodass die Farbe sicher ausreicht. Ich hatte ja zu Anfang bedenken, ob die Farbe reicht, da die Töpfchen schon sehr klein sind, allerdings muss man sich hier überhaupt keine Sorgen machen. Im Regelfall bleibt einiges an Farbe übrig.

Das Öffnen der Farbtöpfchen gestaltet sich allerdings manchmal schwierig. Wie man im Foto unten sehen kann haben die Töpfchen zwar solche Plastiknoppen, allerdings sitzen die Deckel manchmal wirklich extrem fest, sodass man schon mal taube Finger beim Öffnen bekommt. Man darf auch nicht zu viel Gewalt walten lassen, ansonsten ist die Gefahr groß, dass einem das Töpfchen davon schnippt und die Farbe sonstwo landet. Hier ist also echt Geduld gefragt, vor allem wenn man viele kleine Felder mit vielen verschiedenen Farben auszumalen hat, kann man schon mal zu einer Pause gezwungen werden, weil man einfach keine Lust mehr auf das quälende Öffnen der Farbtöpfchen hat.

Die Abstufung der Farben selbst hat mir gut gefallen. Die Farbtöne liegen auf den ersten Blick eng beieinander, auf einer großen Leinwand ist das allerdings nur von Vorteil, da dadurch das Bild detailgetreuer wird.

Die Farben selbst sind auf Acrylbasis und haben eine gute Qualität. Sie sind dickflüssig und sollten zum Auftragen auch nicht mit Wasser verdünnt werden. Bei den helleren Farben hat man manchmal das Problem, dass die Deckkraft nicht ausreichend ist (siehe Foto unten rechts). Dann muss ggf. zwei- oder dreimal über die Felder gemalt werden. Vorrausetzung ist aber hier natürlich, dass man noch weiß mit welcher Farbe das Feld erneut übermalt werden muss. Hier bietet es sich an, kurz Notizen auf einem Notizzettel zu machen, ansonsten tut man sich im Nachhinein schwer die richtige Zahl auf der Leinwand zu identifizieren.

Die Farben trocknen sehr schnell, sodass man auch nicht Gefahr läuft etwas zu verwischen.

Werkzeuge

Das mitgelieferte Werkzeug, also die Pinsel, sind….naja, sagen wir mal so: Optimierungsbedürftig. ^^

Hier wurde einfach massiv an der Qualität gespart, die Pinsel sind zum Teil sehr ausgefranst, wodurch ein sauberes Arbeiten unmöglich ist – siehe Foto unten. Gerade bei kleinen Feldern ist das ziemlich nervig und frustriert schnell.

Ich habe daher ziemlich bald am Anfang die mitgelieferten Pinsel entsorgt und nur noch mit meinen eigenen Pinseln gemalt. Ich hatte hier natürlich den Vorteil, dass ich schon ein paar verschiedene Pinsel in unterschiedlichen Dicken und Formen zuhause habe. Jemand anderem würde ich definitiv empfehlen, sich ein Pinselset mit einem dünnen und einem etwas dickerem Pinsel zuzulegen, da man sonst echt keine Freude am Ausmalen haben wird.

Leinwand

Die Leinwand kam, wie schon oben erwähnt, zusammengerollt in einer Plastikkanüle geliefert. Dennoch hatte die Leinwand ein paar Knicke nach dem Ausrollen. Ich bin mir der Ursache nicht ganz sicher – allerdings haben die Knicke auch nicht sonderlich gestört, denn nach dem Farbauftrag waren diese nicht mehr erkenntlich.

Die Leinwand war hochwertig, hier lässt sich nichts negatives sagen.

Wie schon erwähnt rollt sich die Leinwand am Anfang noch ein bisschen an den Rändern ein, daher empfiehlt es sich die Leinwände gut mit Klebeband zu fixieren. Dieses lässt sich auch nach der Fertigstellung rückstandslos von der Leinwand entfernen ohne dass sie reißt.

Bei den Feldern selbst muss ich allerdings einen Kritikpunkt loswerden. Bei jedem Bild gab es ein paar Felder (ca. 5 Felder) in denen keine Nummer vermerkt war. Im linken Foto unten beispielsweise fehlt eine Nummer im Feld zwischen 7 und 31. Im rechten Foto könnt ihr sehen, dass das Feld unter der 20 unbeschriftet ist. Hier muss man als Künstler dann selbst abwägen welche Farbe sich hier anbietet. Das ist nicht so ganz einfach angesichts der vielen Töpfchen in den geringen Farbabstufungen. Das kann also schon mal schnell Überforderung zur Folge haben.

Farbbewertung

Beim Betrachten der fertigen Bilder am Ende ist mir aufgefallen, dass die Farben auf dem gemalten Bild nicht den Farben des hochgeladenen Fotos entsprechen. Ein Bild hatte beispielsweise einen massiven Lila-Stich, was mir am Ende nicht so gut gefallen hat. Das ist sehr schade, denn das Original Bild finde ich sehr schön, das gemalte weicht aber definitv davon ab bzw. die Farben sind verfälscht. Das ist schon eine große Enttäuschung, womit ich ehrlicherweise nicht gerechnet habe.

Spaßfaktor/ Handling beim Malen

Das wichtigste beim Basteln ist natürlich immer der Spaßfaktor. Wenn es keinen Spaß macht, sollte man es sein lassen, finde ich daher. Damit ihr besser entscheiden könnt, ob Malen nach Zahlen etwas für euch ist, gebe ich euch gerne einen kurzen Überblick zu meinen Erfahrungen:

  • Wie bereits erwähnt muss man leider sagen, dass das Öffnen der Töpfchen viel Geduld und Fingerfertigkeit erfordert, da diese sich oftmals nur schwer öffnen lassen.
  • Ich habe für ein Bild ca. 10 Stunden gebraucht, bis es fertig ausgemalt war. “Nur mal schnell ein Bild malen” ist hier also nicht angesagt, ihr solltet also ein bisschen Geduld mitbringen und auch die richtige Einstellung. Es ist kein Projekt für einen Abend oder für zwischendurch, sondern man sitzt schon ein bisschen länger dran (natürlich immer abhängig von der Größe der Leinwand!).
  • Man sollte sich darauf einstellen, dass man bei manchen Feldern kreativ die Farben ausfüllen muss, wenn sie nicht mit einer Nummer beschriftet sind. Wie bereits oben erwähnt, trifft das auf ein paar wenige Felder zu. Wenn ihr euch zutraut, hier einfach “frei Schnauze” eine Farbe auszuwählen und den Perfektionsanspruch hinten anzustellen, sollte das aber kein Problem sein.
  • Manche Felder sind seeeeeehr klein. Geduld und ein ruhiges Händchen ist hier definitiv gefragt.
  • Am Ende bleiben relativ viele Töpfchen übrig. Vom Nachhaltigkeitsaspekt ist das Malen nach Zahlen leider nicht so zu empfehlen, da die Töpfchen sehr viel Müll produzieren und man am Ende viel übrig gebliebene Farbe entsorgen muss.
  • Man darf definitiv nicht vergessen, häufig das Wasser zu wechseln, mit dem der Pinsel ausgewaschen wird. Auch das Pinselwaschen ist diszipliniert nach jedem Farbwechsel erforderlich. Und, was ich auch definitiv sagen muss, ist, dass der Pinsel ordentlich auf einem Lappen trocken gemacht werden muss, da ansonsten die Farbe zu sehr verdünnt wird und nicht deckt.
  • An den Kanten ist ein sauberes Arbeiten nur mit sehr viel Zeit und Geduld möglich. Die Farbe ist hierfür leider sehr dickflüssig und nicht verdünnbar. Man sollte sich also darauf einstellen, dass es bei den Feldern am Rand durchaus mal länger dauern kann, da präzises Arbeiten erforderlich ist und man sich auch erstmal ausprobieren muss, wieviel Farbe man benötigt, um ein ordentliches Ergebnis zu erzielen. Nacharbeiten ist schwierig bis unmöglich (also wenn die Kanten nach dem Trocknen nicht so präzise geworden sind), da die Farblegende ja schon übermalt wurde und zumindest ich mich nicht mehr an das richtige Farbtöpfchen erinnern konnte.

Gesamtfazit

Okay, dann komme ich jetzt zum Gesamtfazit dieses kleinen Test-Experiments.

Die Hauptvorteile bei dem DIY Malen nach Zahlen Bild sind für mich zum Einen, dass es eine wunderbare Möglichkeit ist, ein schönes Bild, mit dem man was verbindet, in hingebungsvoller Arbeit wertzuschätzen. Man ist am Ende schon stolz auf sein Werk und es schmückt die Wand ganz anders als “nur” das Foto selbst, weil eben noch ein bisschen Arbeit drin steckt. Es ist daher eine wunderschöne, persönliche Wanddeko in den eigenen vier Wänden.

Des Weiteren ist es meiner Meinung nach auch eine coole, persönliche Geschenkidee, über die sich jeder freut (ob jetzt ein fertiges, gemaltes Bild verschenkt wird, oder ein DIY Malen nach Zahlen – Set, liegt natürlich bei euch). Aber die Idee finde ich eigentlich sehr schön.

Ein weiterer Vorteil ist, dass jeder, wirklich jeder, das DIY Malen nach Zahlen Bild ausmalen kann, es sind nämlich keine Vorkenntnisse oder Talente hierfür erforderlich.

Für jemanden, der gerne Hörbücher, Podcasts oder viel Musik hört, ist das auch eine super Beschäftigung für nebenbei, da man sich nicht besonders konzentrieren muss und sehr gut dabei entspannen kann. Es ist auch eine wunderbare Beschäftigung am Abend zum Beispiel nach einem Arbeitstag, weil man gut runterkommen kann und sich nicht sehr anstrengen muss.

Insgesamt hat mir das Malen also sehr viel Spaß gemacht und ich würde es definitiv jedem empfehlen, der darauf Lust hat.

Es gibt ein paar Kritikpunkte, welche ich allerdings vor allem mit der Seite in Verbindung bringe, bei der ich bestellt habe, nicht mit dem Malen nach Zahlen selbst. Für mich ist einerseits das Preis-Leistungsverhältnis fraglich. Ich finde den Preis von gut 50 Euro für eine Leinwand ehrlich gesagt schon etwas überteuert, wenn man auch noch in Betracht zieht, dass die Werkzeuge nicht die allerbeste Qualität waren. Gegebenenfalls sollte man hier nochmal auf die Suche gehen und woanders bestellen.

Sehr entttäuschend, wie bereits erwähnt, waren für mich am Ende auch die abweichende Farben auf dem gemalten Bild. Ich habe ja genau deswegen zuvor das Foto als Leinwand bestellt, weil ich die Farben auf dem Foto liebe. Dass die Farben nun so stark vom Original abweichen, ist für mich eigentlich der Hauptkritikpunkt an den Bildern. Es steckt einfach viel Arbeit drin und wenn das Ergebnis am Ende nicht überzeugen kann, ist das traurig.

Bei uns hängen die Bilder nun im Flur, ich habe sie in einem großen Rahmen mit Passepartout aufgehängt. Jeder Besucher war bisher überrascht und begeistert von den Bildern.

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen was beibringen und erzählen und vielleicht habt ihr ja auch Lust, mal ein Malen nach Zahlen Bild auszumalen.

Bis dann,

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